{"id":203,"date":"2020-12-08T11:54:31","date_gmt":"2020-12-08T11:54:31","guid":{"rendered":"http:\/\/test.lenzgeiger.com\/?page_id=203"},"modified":"2020-12-08T14:46:40","modified_gmt":"2020-12-08T14:46:40","slug":"manifest","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.theohohohs.de\/de\/manifest\/","title":{"rendered":"Manifest"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":25,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"class_list":["post-203","page","type-page","status-publish","hentry"],"grid":"{\r\n  \"colCount\": 12,\r\n  \"colGutter\": 1,\r\n  \"rowGutters\": [\r\n    3,\r\n    3\r\n  ],\r\n  \"frameMargin\": 5,\r\n  \"topFrameMargin\": 7,\r\n  \"bottomFrameMargin\": 5,\r\n  \"rowAttrs\": [\r\n    {},\r\n    {},\r\n    {}\r\n  ],\r\n  \"bgColor\": null,\r\n  \"cont\": [\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<h1 class=\\\"_Menu\\\">Sturm &amp; Drang<\/h1>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 0,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 6,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 6,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><em>Das St\u00fcrmen und Dr\u00e4ngen in rasendem Tempo und wilder Expression, <br \/>es durchzieht die gesamte Musikgeschichte - <br \/>von den rituellen T\u00e4nzen archaischer Kulturen bis zu den Exzessen der Rockmusik unserer Tage. <br \/>Nerv\u00f6se Tremoli, panische Synkopen, herbe Unisoni, abrupte Wechsel zwischen Piano und Forte, <br \/>das Unberechenbare. Tempo und Leidenschaft - Sturm und Drang. <br \/>Klaus Meyer\/Bayerischer Rundfunk<\/em><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 1,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 10,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 5,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p>In der Literatur wandten sich die St\u00fcrmer und Dr\u00e4nger von einer allzu starren Form der Poetik ab und setzten eine individuelle, k\u00fcnstlerische Form dagegen. Auch in der Musik sollte der sch\u00f6pferische Genius sein k\u00fcnstlerisches Schaffen keinen strengen Regeln unterwerfen, sondern frei mit diesem hantieren und in Instrumentation wie Dynamik extreme Gegens\u00e4tze herausbilden k\u00f6nnen. Dynamik ist ein gutes Thema: In den <em>loudness wars<\/em> unserer Tage wird das Mastern einer Musikproduktion beherrscht von einer Kompression, die nur noch das Ziel hat, einen <em>steady flow<\/em> von maximalem Druck zu erzeugen, dem Geh\u00f6r nicht einen Moment Ruhe lassend. Doch auch das Ohr m\u00f6chte atmen, umspielt werden, der Geist m\u00f6chte sich verlieren und nicht nur bedr\u00f6hnt werden.<\/p><p>Im Sturm und Drang wurde eine neue musikalische Empfindsamkeit gesucht. Musik sollte nicht mehr nur den Menschen bewegen, der Mensch sollte sich selbst in der Musik ausdr\u00fccken, seinem Genie folgen. Der Ratio (der Aufkl\u00e4rung) wird die Emotion beigestellt: Sinnlichkeit, Spontaneit\u00e4t und Selbstverwirklichung des Individuums r\u00fccken in den Vordergrund. Melodik, die Wahl der Instrumente (Fortepiano!) und Dynamik (Crescendo!) werden als Mittel eingesetzt, um pers\u00f6nliche Gef\u00fchle zu verdeutlichen. Ebenso wichtig ist im Sturm und Drang die Natur: Sie wird als Inbegriff alles Lebendigen und Sch\u00f6pferischen, auch im Menschen selbst, anerkannt. Und schon sind wir wieder im Heute und bei den OhOhOhs.<\/p><p>\u00a0<\/p><h1 class=\\\"_Menu\\\"><strong>Der Berg ruft!<\/strong><\/h1><p>Florian W\u00e4ldele und Florian Dre\u00dfler haben sich beim Freeclimbing kennen gelernt. Ihre Wanderjahre verbrachten sie im Gebirge: Der Mensch alleine am Fels wird eins mit der Natur. Mit unb\u00e4ndigem Drang nach Freiheit sp\u00fcrt er eine einzigartige Lebendigkeit bei gleichzeitig hohem Risiko. Diese Ausbr\u00fcche kann sich nur leisten, wer sich mit seiner Angst auseinandersetzt, Gefahr und Risiko gut einsch\u00e4tzt und eine hohe Selbstkontrolle besitzt. Es ist gleichzeitig ein Ausbruch aus der Welt des Konsums, denn dieses Erlebnis ist nicht einfach zu haben, man kann es nicht kaufen. Es mag pathetisch klingen: Am Fu\u00df eines Felsen entstand die Idee, die zur Gr\u00fcndung der OhOhOhs f\u00fchrte. Hier findet sich ein erster Hinweis auf die \u201eK\u00f6rperlichkeit\u201c ihrer Musik: Piano und Schlagzeug halten sich im perfekten Gleichgewicht, sich immer wieder aufbauende Crescendi verlangen Fingerspitzengef\u00fchl wie auch Muskelkraft. Ein St\u00fcrmen und Dr\u00e4ngen auch hier.<\/p><p>\u00a0<\/p><h1 class=\\\"_Menu\\\"><strong>Libert\u00e9, \u00c9galit\u00e9, Fraternit\u00e9!<br \/><\/strong><\/h1><p>In der Wand kennt der Kletterer nur den Weg nach oben. Es entsteht eine ungeheure Dynamik, es ist die Auflehnung gegen die Schwerkraft. Wieder eine Parallele zu ihrer Musik und zum Genie-Kult: Ein jeder ist f\u00fcr sich einzigartig und in der Lage, Gro\u00dfes zu schaffen. Diesen Ansatz sollte man nicht mit \u00dcberheblichkeit gleichsetzen, denn eine der Pr\u00e4missen des Sturm und Drangs war die Kernaussage der franz\u00f6sischen Revolution: Wir sind alle gleich! Dies als Kritik an der absolutistischen Monarchie wie auch den sich formenden Regeln des aufkommenden B\u00fcrgertums. Und heute gesellt sich bei den OhOhOhs eine Kritik am b\u00fcrgerlichen Kunstbetrieb dazu: \u201eWir lassen uns kein E f\u00fcr ein U vormachen oder umgekehrt\u201c, sagen sie. Damit fordern sie die Aufhebung der Unterteilung in E- und U-Musik und stellen die Frage: Warum gibt es \u00fcberhaupt diese hierarchische Unterteilung? Warum soll europ\u00e4ische Musik\/Harmonik\/Harmonielehre mehr \u201ewert\u201c sein als zentralasiatische oder indische Kunstmusik oder komplexe Rhythmen aus Afrika? The OhOhOhs wollen die Angst vor der \u201eHeiligkeit\u201c klassischer Musik aufbrechen und sich gleichzeitig von den gro\u00dfen Meistern inspirieren lassen. Nat\u00fcrlich beh\u00e4lt das \u201eOriginal\u201c weiter seine Wertigkeit und wird nicht durch die Neuinterpretation \u201eersetzt\u201c - man MUSS beides zusammen denken, denn jeder Musik ist ein Zauber inh\u00e4rent.<\/p><p>Wie w\u00e4re es, die \u201eklassische\u201c Musik von der Emotion her zu denken? In der klassischen Musik findet sich wie sonst kaum eine immense Vielfalt an weitentwickelten musikalischen Gedanken, Konzepten und Strukturen. Hier werden Gef\u00fchle und Gedanken in all ihren menschenm\u00f6glichen Feinheiten und Nuancen zum Klingen gebracht.<\/p><p>\u00a0<\/p><h1 class=\\\"_Menu\\\"><strong>Auf der Suche nach dem unendlichen Groove<\/strong><\/h1><p>Ebenso fein und hochentwickelt, als eine der Grundeigenschaften allen Lebensgeschehens, ist die Welt des Rhythmus. Hier wird die Vereinigung von Musik und Sprache m\u00f6glich, hier findet sich in der popul\u00e4ren Musik eine schier endlos ver\u00e4stelte Vielfalt von \u201eGroovemusik\u201c. Groovemusik benutzen The OhOhOhs als Chiffre f\u00fcr alle m\u00f6glichen Musiken mit Betonung auf dem Rhythmus \u2013 von analog gespielten Live-Techno-Acts \u00fcber das Erlernen von Santer\u00eda-Trance-Ritualen auf Kuba bis hin zu dem Spiel mit polymetrischen Patterns \u2013 die Beatmusik spricht den K\u00f6rper an und mithin archaische Instinkte.<\/p><p>Und es schlie\u00dft sich der Kreis: In der Symbiose von Klassik und Groovemusik findet das junge Frankfurter Duo ein reiches Inspirationsfeld, die Gelegenheit, Neues zu erschaffen, dabei immer die Emotion im Fokus behaltend.<\/p><p>\u00a0<\/p><h1 class=\\\"_Menu\\\"><strong>Konzertante Clubmusik!<\/strong><\/h1><p>Auf der B\u00fchne stehen sich zwei Instrumente gegen\u00fcber: der Konzertfl\u00fcgel und das Schlagzeug, dazu weitere Perkussionsinstrumente und Sampler. Die Ursuppe allerdings wird auf Piano und Drums gekocht. Vom Techno kommend sind die Musiker den Weg gegangen, die \u201ewildeste\u201c elektronische Musik analog auf ihrem Instrumentarium zu spielen. Mit spielerischer Art beginnen sie ihre Kommunikation, die sich bald in eine Kommunion verwandelt. Kommunion untereinander wie auch mit dem Publikum, das es oft nicht auf den Sitzen h\u00e4lt, denn der Bauch wird ebenso angesprochen wie der Kopf: Die Musik der OhOhOhs ist ohne Kontextualisierung verst\u00e4ndlich. Ihre Dynamik packt mit nach vorne treibenden Melodien und Rhythmen, mit Crescendi, mit Br\u00fcchen, die ein Thema im fl\u00fcsternden Piano oder sogar ganz verschwinden lassen, um es im Anschluss wieder neu aufzubauen. Es ist ein Prozess des immer wieder neuen Formierens, des Auf-die-Suche-Gehens, der \u00fcberraschenden Verzauberung. The OhOhOhs wagen den Versuch, den Konzertsaal zum Club und den Club zum Konzertsaal mutieren zu lassen. Bei ihnen wird Tanzmusik konzertant interpretiert und andersherum. Der schamanistische Zauber repetitiver Beats kommt ebenso zur Geltung wie das intime lyrische Spiel des Fl\u00fcgels. Dabei schauen die alten Meister nur \u00fcber die Schulter, denn The OhOhOhs sch\u00f6pfen vor allem aus ihrem eigenen Repertoire an Kompositionen.<\/p><p>\u00a0<\/p><h1 class=\\\"_Menu\\\"><strong>Res\u00fcmee<\/strong><\/h1><p>Klassik geh\u00f6rt in den Konzertsaal, Clubmusik in die Discos, das eine ist Hochkultur, das andere bedient Instinkte. Mit dieser Vorstellung wollen The OhOhOhs gr\u00fcndlich aufr\u00e4umen. Kann man Beethoven tanzen? Was l\u00f6st die intensive Besch\u00e4ftigung mit \u201eKlassikern\u201c bei zeitgen\u00f6ssischen Musikern aus? Die \u00c4sthetik elektronischer Rhythmik des Perkussionisten, Florian Dre\u00dfler, wird mit dem klassischen Klavier von Florian W\u00e4ldele kombiniert. Zwei Welten treten diskriminierungsfrei in einen Dialog, und in Zeiten der \u201eKlassik-Krise\u201c soll der wunderbaren Musik der alten Meister ihr einst popul\u00e4rer Charakter wiedergeben werden, ohne sie dabei zu banalisieren.<\/p><p>\u00a0<\/p><h1 class=\\\"_Menu\\\"><strong>Florian W\u00e4ldele: Piano, Percussions, Sampler<br \/>Florian Dre\u00dfler: Schlagzeug, Percussions, Sampler<br \/><\/strong><\/h1><p>\u00a0<\/p><p>\u00a0<\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 2,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 10,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 4\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theohohohs.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/203","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theohohohs.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theohohohs.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theohohohs.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theohohohs.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=203"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.theohohohs.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/203\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theohohohs.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=203"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}